Eine andere Form der Ausbildung

Die berufsbegleitende Ausbildung am Abend einmal in der Woche entwickelt ihre eigenen Gesetze in Bezug auf die Auswahl der Dozenten und der Lehrmethode.

Den Abend so zu gestalten, dass er als anregendes Element für die ganze Woche befruchtend wirkt, die Konzentration und Eigenimpulsierung bis zum Schluss erhalten bleibt, hat viel mit dem Unterrichtsstil zu tun.

 

Gemeinschaftsbildung

Jeden Montagabend füllen die Seminaristen das Kindergarten-gebäude mit Leben. Woche für Woche lösen sie sich aus ihrem Alltagsgeschehen heraus, um einer Fort,- Weiter- oder Ausbildung nachzugehen. Dies ist schon allein wegen des großen Einzugsgebietes nicht immer leicht. Fahrgemeinschaften und die Begegnungen in den Unterrichtspausen helfen und unterstützen den Prozess einer Gemeinschaftsbildung. Der Austausch, der in dieser Zeit stattfindet, ist wichtig, da die verschiedensten persönlichen Fragen geweitet und relativiert werden können. Auch die Unterrichtsform trägt dazu bei, sich zu begegnen, auszutauschen und Ideen, die das Seminarleben prägen, zu initiieren.

Diese ander Ausbildungsform lockt auch andere Qualitäten hervor. Zum Beispiel das Üben der Kontinuität, den roten Faden von einer Woche zu anderen zu haben. Dieses an-der-Sache-bleiben gelingt deswegen, weil man die Möglichkeit hat, sich selbst Aufgaben zu setzen und Lerninhalte anzuwenden und zu überprüfen. Mit neuen Fragen wird dann der Unterricht belebt.

 

Aus der eigenen Biographie schöpfen

Erwachsenenbildung heißt in diesem Fall vor allem, aus der bereits bis dahin entstandenen reichhaltigen Biographie zu schöpfen, durch den künstlerischen aufgebauten Unterricht zu verwandeln und neu zu gestalten. Dies mag für viele ein Ansporn sein, über zwei Jahre immer wieder neue Willensimpulse zu setzten und durchzuhalten. Die soziale Gemeinschaft wächst auch an den einmal monatlich stattfindenden Unterrichts-wochenenden. Dort haben wir die große Chance, zusammenhängend in Inhalte einzutauchen, belebend und vertiefend einzelne Themen zu bearbeiten.

 

Erweiterung des eigenen pädagogischen Hindergrundes und neue Lebensziele

Mitunter auch ein Suchen nach eigenen Lebenszielen ist oftmals ein Grund, die Kurse zu besuchen und wiederum in eine Lebenssituation einzusteigen. Durch zwei Jahre hindurch, die ma als Zeit der Menschenbildung betrachten kann, wächst oft der Wille zu einer Neuorientierung. Dies geht so weit, dass z.B. ein Teil der Seminaristen die Qualifikation zum staatlichen anerkannten Erzieher über die Schulfremdenprüfung oder eine berufsbegleitende, lerngestützte Ausbildung  zur staatlich anerkannten ErzieherIn -in einer einjährigen Theorieausbildung an einer privaten Schule für Sozialwesen - anstreben. 

Aus diesen neuen Lebensimpulsen entsteht aber nicht nur das Ziel einen Abschluss zu erreichen, sondern es erwacht auch, besonders bei den bereits staatlich anerkannten Erziehern, die diesen Kurs als Weiterbildung besuchen, der Wille und die Möglichkeit, neue Ideen und Konzepte zu erproben. Sie haben die starke Umstrukturieerung im Gesellschaftlichen oft in der eigenen Familie oder in ihrem Umfeld erlebt und mitgetragen und die Zeitnotwendigkeit einer Erneuerung des Erziehungswesen erkannt. Bei vielen ist durch die Waldorfpädagogik ein neues Lebensmotto entstanden: sich für kindgemäße Lebensqualitäten einzusetzen.

 

Bereichernde Arbeitsform:

In dem freiwilligen Ergreifen der Ausbildungssituation wird die bereicherndste Form der Arbeit von Dozenten und Seminaristen gebildet - gemeinsam in den Strom des Lernens einzutauchen. Voraussetzungen sowie Fähigkeiten dafür zu schaffen, das Erwachsene selbständig und frei werden, sich selbst bereichern und die Inhalte ihrer Arbeit in der Praxis aus dem Selbserarbeiteten hervorholden un beleben könne, ist das Ziel. Denn es ist heute in der Erwachsenenbildung und später in der Praxis viel wichtiger, die eigenen Denk-, Gefühls- und Willensbarrieren zu erkennen und damit umgehen zu lernen, als unverarbeitete Inhalte aufzunehmen.

 

Gestaltungselemente aus der eigenen Biografie

Es ist eine große Kunst, in unserer Zeit den Blick auf die Chance zu lernen, die Gestaltungselemente seiner eigenen Biografie zu erkennen - wohl wissend, dass man in der Gegenwart tätig werden muss und dadurch Zukünftiges erst möglich wird. So wird dieser Prozess ein ständiges "Gleichgewicht suchen" sein, der das künstlerische Element als wichtiges Gut beinhaltet, um nicht zu versauern oder zu fest zu werden.

 

 

Unsere Aufgabe in der Ausbildungszeit ist, keine Mühen zu scheuen, uns selbst in der inneren und äußeren Beweglichkeit weiterzuentwickeln und neue pädagogische Ansätze auf der Grundlage der Anthroposophie Rudolf Steiners mit den Seminaristen zu entwickeln.

 



Seminar für Waldorfpädagogik e.V. Mannheim

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